Das Gambit
Unter einem Gambit versteht man eine Eröffnung, bei der bewusst ein Bauer für eine meist taktisch bessere, manchmal auch strategisch bessere Stellung geopfert wird.
Der Gegner wird somit vor die Wahl gestellt, das Gambit anzunehmen (den Bauern zu schlagen), und damit in der Folge Druck des Gegners aushalten zu müssen, jedoch den Materialvorteil halten und evtl. im Endspiel verwerten zu können, oder das Gambit abzulehnen (indem er den dargebotenen Bauern nicht schlägt), in der Hoffnung dadurch seinerseits eine bessere Stellung zu erlangen.
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Inhaltsverzeichnis |
Abgelehntes Damengambit
Beim Abgelehnten Damengambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Abgelehnte Damengambit zählt zu den Geschlossenen Spielen. Es entwickelt sich aus dem Damengambit. Häufig wird es auch als klassische Verteidigung bezeichnet.
Jede seiner Hauptvarianten beginnt mit folgenden Zügen: 1.d2-d4 d7-d5 2.c2-c4 e7-e6
Zu den Hauptvarianten des Damengambits zählen:
Abgelehntes Königsgambit
Der Führer der schwarzen Steine hat verschiedene Möglichkeiten, das Königsgambit (1.e2-e4 e7-e5; 2.f2-f4 ...) abzulehnen.
Die gebräuchlichsten Varianten sind
und das Falkbeer-Gegengambit
Weniger empfehlenswert ist die Ablehnung mit
Will Schwarz alle Komplikationen vermeiden, so ergibt
3. g2-g3 Dh4-e7 4.f4xe5 d7-d6 5.e5xd6 De7xe4+ 6.Dd1-e2 De4xe2 7.Sg1xe2 Lf8xd6.
Albins Gegengambit
Bei Albins Gegengambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Albin Gegengambit zählt zu den Geschlossenen Spielen.
Jedes seiner Hauptvarianten beginnt mit folgenden Zügen: 1.d2-d4 d7-d5 2.c2-c4 e7-e5
Zu den Hauptvarianten des Gegengambits zählen:
Angenommenes Damengambit
Beim Angenommenen Damengambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Angenommene Damengambit zählt zu den Geschlossenen Spielen.
Jedes seiner Hauptvarianten beginnt mit folgenden Zügen: 1.d2-d4 d7-d5 2.c2-c4 d5xc4
Zu den Hauptvarianten des Gegengambits zählen:
Blackmar-Gambit
Das Blackmar-Gambit, das durch die Eröffnungszüge
1.d2-d4 d7-d5; 2.e2-e4
charakterisiert wird, wurde im 20. Jahrhundert vor allem durch den deutschen Schachspieler Emil Josef Diemer zu dem System des Blackmar-Diemer-Gambit erweitert, das in Amateurkreisen etliche Anhänger fand, auf großen Turnieren jedoch kaum gesehen wird.
Die Stellung kann natürlich auch aus der Skandinavischen Verteidigung hervorgehen, wenn Weiß nach 1.e2-e4 d7-d5 mit 2.d2-d4 ... antwortet, und damit einen gewissen Überraschunseffekt erzielen wird.
Nach der Annahme des Gambits mit 2.- d5xe4 folgt zunächst 3.Sb1-c3 Sg8-f6 und sodann der Schlüsselzug des Blackmar-Diemer-Gambits 4.f2-f3!?.
Nach 4.- e4xf3; 5. Sg1xf3 (seltener 5.Dd1xf3) erhält Weiß scharfen Angriff, sollte bei korrektem Gegenspiel aber schließlich unterliegen.
Blumenfeld-Gambit
Beim Blumenfeld-Gambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Blumenfeld-Gambit zählt zu den Geschlossenen Spielen.
Jede seiner Hauptvarianten beginnt mit folgenden Zügen:
1.d2-d4 Sg8-f6 2.c2-c4 e7-e6 3.Sg1-f3 c7-c5 4.d4-d5 b7-b5.
Es geht aus der Indischen Verteidigung hervor.
Budapester Gambit
Beim Budapester Gambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Budapester Gambit zählt zu den Geschlossenen Spielen. Es geht aus der Indischen Verteidigung hervor.
Jedes seiner Hauptvarianten beginnt mit folgenden Zügen:
1.d2-d4 Sg8-f6 2.c2-c4 e7-e5
Damengambit
Beim Damengambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Damengambit zählt zu den Geschlossenen Spielen.
Jede ihrer Hauptvarianten beginnt mit folgenden Zügen: 1.d2-d4 d7-d5 2.c2-c4
Die ersten Eröffnungszüge verlaufen ganz im Sinne von Schachmeister Tarrasch: Im ersten Zug besetzen beide Parteien mit einem Bauern das Zentrum. Mit 2.c4 bietet Weiss einen Bauern, der nicht zu den Mittelbauern gehört, als Opfer an. Schlägt Schwarz diesen Bauern (angenommenes Damengambit), dann hat Weiss im Zentrum einen Bauer mehr (Tarrasch!) und kann evtl. mit 3.e4 ein weiteres Zentrumsfeld besetzen. Außerdem sollte Schwarz den Mehrbauer wieder zurückgeben, denn wenn er diesen Bauern verteidigen will gerät er in der Regel in Nachteil.
Seine Zentrumsphilosophie zeigt Tarrasch mit Schwarz in der nach ihm benannten Tarrasch-Verteidigung: Mit 2.e6 lehnt er das Bauernopfer auf c4 ab und besetzt seinerseits mit 3.c5 mit einem Bauern ein Feld im Zentrum.
Zu den Hauptvarianten des Damengambits zählen:
Froms Gambit
Eine durch die Züge 1.f2-f4 e7-e5 charakterisierte Schacheröffnung.
Weiß sollte den schwarzen Bauern entweder schlagen oder durch 2.e2-e4 in das Königsgambit überleiten.
Nach 2.f4xe5 setzt sich das Spiel etwa fort: 2.-d7-d6; 3.e5xd6 Lf8xd6; 4.Sg1-f3 (notwendig wegen dem drohenden Damenschach auf h4) Sg8-f6 und Schwarz hat Kompensation für den Bauern.
Königsgambit
Beim Königsgambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Königsgambit zählt zu den Offenen Spielen.
Das Königsgambit wird bereits in einem Werk des Spaniers Ruy Lopez de Segura 1561 aufgeführt. Die Eröffnung stammt ursprünglich aus Italien, wo sie den Namen "dare il gambetto" (ein Bein stellen) trägt.
Nach dem aktuellen Stand der Eröffnungslehre gilt diese Eröffnung für den Weissen Spieler als unvorteilhaft, da sie unnötigerweise ein Loch in die Deckung des Weissen Königs reißt. Der Schwarze Spieler sollte das Königsgambit stets annehmen, da es ihm zu grossen Vorteilen verhilft. Bei einer Ablehnung reicht es meistens nur zu einem Remis, die Ablehnung durch Sg8-f6 räumen dem Weissen Spieler sogar Vorteile ein.
Das Königsgambit beginnt mit den Zügen 1.e2-e4 e7-e5 2.f2-f4
Zu den Hauptvarianten des Königsgambits zählen:
Königsläufergambit
Beim Königsläufergambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Königsläufergambit zählt zu den Offenen Spielen.
Schwarz muss in dieser Variante lediglich darauf achten, dass ein Schach mit der Dame von h4 aus nicht angebracht ist, da der Weisse König in dieser Variante des Königsgambits über das Fluchtfeld f1 verfügt und die Schwarze Dame sehr schnell unter Druck geraten könnte.
Das Königsläufergambit beginnt mit den Zügen 1.e2-e4 e7-e5 2.f2-f4 e5xf4 3.Lf1-c4. Es entwickelt sich aus dem Königsgambit.
Königsspringergambit
Beim Königsspringergambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Königsspringergambit zählt zu den Offenen Spielen.
Durch die Entwicklung des Königsspringers nach f3 um ein Schach der Dame von h4 aus zu verhindern, ist leicht zu erkennen, dass der Weisse Spieler an dieser Stelle bereits vom Jäger zum Gejagten geworden ist.
Das Königsspringergambit beginnt mit den Zügen 1.e2-e4 e7-e5 2.f2-f4 e5xf4 3.Sg1-f3. Es entwickelt sich aus dem Königsgambit.
Zu den Hauptvarianten des Königsspringergambits zählen:
Lettischen Gambit
Beim Lettischen Gambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Lettische Gambit zählt zu den Offenen Spielen. Es wird in der Schachliteratur auch häufig als Gambit in der Rückhand bezeichnet.
Der Name rührt daher, dass diese Eröffnung zuerst von Spielern aus Riga, Lettland, zu Beginn des 20. Jahrhunderts erforscht wurde. Auf den zweiten schwarzen Antwortzug gelten drei Fortsetzungen, 3.Sf3xe5, 3.Lf1-c4 und 3.e4xf5 als vorteilhaft für den Weissen Spieler. Sie führen das vorangegangene Gambit quasi ad absurdum.
Das Lettische Gambit beginnt mit den Zügen 1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 f7-f5. Es entwickelt sich aus dem Königsspringerspiel.
Mittelgambit
Beim Mittelgambit handelt es sich um eine Eröffnung , die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Mittelgambit zählt zu den Offenen Spielen.
Das Mittelgambit beginnt mit den Zügen 1.e2-e4 e7-e5 2.d2-d4 e5xd4 3.Dd1xd4. Es entwickelt sich aus dem Mittelspiel.
Morra-Gambit
Das Morra-Gambit wird durch die Einleitungszüge
1.e2-e4 c7-c5; 2.d2-d4
charakterisiert.
Das Morra-Gambit stellt eine der schärfsten Erwiderungen auf die Sizilianische Verteidigung dar und erfreut sich vor allem in Amateurkreisen einer gewissen Beliebtheit. Wenn Schwarz das Gambit annimmt,
2.- c5xd4; 3.c2-c3 d4xc3; 4.Sb1xc3
wird Weiss sich durch die Züge Sf3, Lc4 und die kurze Rochade weiter aufbauen und erlangt zunächst einigen Angriff für den geopferten Bauern.
Das abgelehnte Morra-Gambit führt zu Stellungen, wie sie in der Sizilianischen Verteidigung mit frühzeitigem c3 von Weiss charakteristisch sind.
Nordisches Gambit
Das Nordische Gambit wird in der Schachliteratur älteren Datums auch des öfteren Dänisches Gambit genannt.
Die Theorie zu dieser von Weiss bevorzugten Eröffnung stammt von den drei Kopenhagener Spielern Krause, Nielsen und Sörensen. Die Idee hierbei ist, dass Weiss durch das doppelte Gambit zu einer schnelleren Entwicklung seiner Offiziere gelangt.
Beim Nordischen Gambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Nordische Gambit zählt zu den Offenen Spielen.
Das Nordische Gambit beginnt mit den Zügen 1.e2-e4 e7-e5 2.d2-d4 e5xd4 3.c2-c3. Es entwickelt sich aus dem Mittelspiel.
Schottischen Gambit
Beim Schottischen Gambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird.
Die Namensgebung des Schottischen Gambits führt zurück in das Jahr 1824, in dem eine Londoner Schachgruppe eine Fernschachpartie gegen ein Team aus Edinburgh spielte. Die Londoner spielten eine Eröffnung, die folgendermaßen begann: 1. e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.d2-d4 e5xd4. Dieser letzte Zug durch die Schotten gab der Eröffnung ihren Namen Schottisches Gambit.
Das Schottische Gambit zählt zu den Offenen Spielen.
Das Schottische Gambit beginnt mit den Zügen 1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.d2-d4 e5xd4. Es entwickelt sich aus der Schottischen Partie.
Folgende Hauptvarianten sind bekannt:
Wolga-Gambit
Beim Wolga-Gambit handelt es sich um eine Eröffnung, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Wolga-Gambit zählt zu den Geschlossenen Spielen. Es geht aus der Indischen Verteidigung hervor.
Das Wolga-Gambit beginnt mit den Zügen 1.d2-d4 Sg8-f6 2.c2-c4 c7-c5 3.d4-d5 b7-b5
Folgende Varianten sind gängig: