Offene, halboffene u. geschlossene Partien

 

Jede Partie Schach beginnt mit der Eröffnung. Je nachdem, welche Bauern zuerst gezogen werden, spricht man von einer offenen, halboffenen oder geschlossenen Partie.

 

Ein Offenes Spiel im Schach beginnt mit dem Eröffnungszug 1.Be4 (e2-e4), gefolgt vom schwarzen Antwortzug 1. ... Be5 (e7-e5).

Als Halboffene Spiele bezeichnet man im Schach all jene Eröffnungen, die mit dem Zug 1.e2-e4 beginnen, dessen Antwortzug von Schwarz aber nicht 1. ... e7-e5 ist.

Geschlossene Spiele sind jene Eröffnungen im Schach, deren erster Zug nicht mit 1.e2-e4 beginnt.

 


 

Offene Partien

Ein Offenes Spiel im Schach beginnt mit dem Eröffnungszug 1.Be4 (e2-e4), gefolgt vom schwarzen Antwortzug 1. ... Be5 (e7-e5).

Inhalt Offene Spiele

1 Hintergrund
 
2 Die Grunderöffnungen
 
3 Gefährliche Eröffnungsfortsetzungen
 
4 Bekannte Varianten der Grunderöffnungen
 

 

Hintergrund

Die Offenen Spiele zählen zu den ältesten Eröffnungen des Schachspiels. Bereits 1561 erschien ein Werk des spanischen Mönchs Ruy Lopez de Segura, in dem er Erklärungen zu einigen der auch heute noch beliebten Eröffnungen, beispielsweise der Spanischen Partie liefert. Zu jener Zeit galt eine andere Eröffnungskombination als 1.e2-e4 e7-e5 quasi als undenkbar.

Für den Anfänger ist es am leichtesten, die Kunst des Schachspiels mit Hilfe der Offenen Spiele zu erlernen, wenn auch die meisten aus Unwissenheit in ihrem ersten Spiel mit Zügen aus den Geschlossenen Partien wie z.B. 1.a2-a4 oder 1.Sg1-h3 beginnen, da sie glauben an den Rändern des Brettes am wenigsten verwundbar zu sein - und das man den e-Bauern gefälligst vor dem König lassen sollte, da dieser ihn ja schützt. Es gibt durchaus auch entsprechende Geschlossene Partien, doch sind diese recht schwierig zu spielen und für den Anfänger gänzlich ungeeignet.

 

Die Grunderöffnungen

Die folgenden Eröffnungen sind all jene, die am erfolgversprechendsten für beide Parteien gelten, die ein quasi ausgewogenes Spiel ermöglichen:

 

Gefährliche Eröffnungsfortsetzungen

Die nachfolgend aufgeführten Fortsetzungen sind alle denkbar ungeeignet für ein gewinnbringendes Weiterspiel des weißen Spielers und können teilweise recht bald zu einem Matt führen:

 

Bekannte Varianten der Grunderöffnungen

Die nachfolgenden Varianten stellen allesamt erprobte Eröffnungsfortsetzungen dar. Auch hier gibt es starke und weniger starke, gute und weniger gute Fortsetzungen, doch spielt hier auch die gegnerische und eigene Psyche eine Rolle, so dass man selber abwägen sollte, was zu einem Selbst und dem Gegner am ehesten angebracht ist:

 


 

Halboffene Partien

Als Halboffene Spiele bezeichnet man im Schach all jene Eröffnungen, die mit dem Zug 1.e2-e4 beginnen, dessen Antwortzug von Schwarz aber nicht 1. ... e7-e5 ist.

Inhalt Halboffene Spiele  

1 Hintergrund
 
2 Gängige Eröffnungen
 
3 Vorstellbare Eröffnungen
 

Hintergrund

Mit Ausnahme der Französischen Verteidigung, die bereits vom Schachmeister Philidor bevorzugt wurde, haben sich die meisten Halboffenen Spiele erst in den letzten 150 Jahren entwickelt. Zuvor wurden nahezu ausschließlich die Offenen Spiele von den Schachspielern und Schachmeistern der damaligen Zeit gespielt.

Allein das Gefühl der Eingefahrenheit - und das Schreckgespenst des Remistodes führten zu einer größeren Experimentierfreudigkeit und damit zur Weiterentwicklung des Schachspiels durch neue Eröffnungsvarianten. Die Halboffenen Spiele verdanken diese Entwicklung vornehmlich den nachziehenden Spielern.

 

Gängige Eröffnungen

Die folgenden Eröffnungen gehören zu den gängigsten Eröffnungen der Halboffenen Spielen:

 

Vorstellbare Eröffnungen

Die nachfolgenden Antwortmöglichkeiten wären Vorstellbar. Gründe dafür, warum sie bisher scheinbar nicht gängig sind, werden zu jedem Zug nachfolgend in Klammern aufgeführt:

 


 

Geschlossene Partien

Geschlossene Spiele sind jene Eröffnungen im Schach, deren erster Zug nicht mit 1.e2-e4 beginnt.

Inhalt Geschlossene Spiele

1 Hintergrund
 
2 Bekannte Eröffnungen
 
3 Populäre Fortsetzungen
 
4 Unpopuläre Eröffnungen
 

 

Hintergrund

Die geschlossenen Spiele bilden unter den Schacheröffnungen die größte der drei Gruppen. Angefangen mit dem Zug 1.d2-d4 haben sich mit den Geschlossenen Spielen eine große Anzahl an Eröffnungen gebildet, die sich teilweise fernab der "ausgetretenen" Pfade der Offenen Spiele bewegen. Populär geworden sind die Geschlossenen Spiele erst in den letzten 170 Jahren. Die Entstehung dieser teilweise recht ungewöhnlichen Eröffnungen sind in erster Linie den damals sehr mutigen anziehenden Spielern (Spieler weiß) zu verdanken. Die Geschlossenen Spiele sind für den Anfänger nicht so leicht zu verstehen, wie die Offenen Spiele, dennoch sollten gerade sie ihr Augenmerk auf die Indischen Verteidigungen, die Englische Eröffnung und das Damengambit richten.

 

Bekannte Eröffnungen

Die nachfolgend aufgeführten Eröffnungen kann man in ihrer Gesamtheit als recht populär bezeichnen. Sie sind nach aktuellem Stand bereits weitgehend, jedoch nicht erschöpfend erforscht. Aus vielen der genannten Eröffnungen entwickeln sich ebenso populäre Varianten:

 

Populäre Fortsetzungen

Nachfolgend werden einige der bekannteren Varianten aus den vorausgegangenen Eröffnungen angeführt:

 

Unpopuläre Eröffnungen

Die nachfolgend aufgeführten Eröffnungen sind nach dem aktuellen Stand der Eröffnungslehre weitgehend unpopulär. Es kann sich durchaus noch herausstellen, dass die eine oder andere grandiose Eröffnung darunter zu finden ist, die jedoch bislang keine nähere Erforschung erfahren hat: